Musik-Rezensionen und Musiker-Portraits aus den Gebieten: Individuelle Singer-Songwriter, Soul, Jazz, Blues, Folk, Rock, Country, Art-Rock und Pop.
Bruce Hornsby - Indigo Park (2026)
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Bruce
Hornsby ist ein respektierter und versierter Musiker, der niemandem mehr etwas beweisen muss.
Vielleicht ist „Indigo Park“, seine 2026er-Veröffentlichung,
deshalb so gediegen, zwanglos, und losgelöst von kommerziellen Kompromissen und
Erwartungen ausgefallen. Bruce Hornsby hat vieles erreicht. Er hatte Welthits, zum Beispiel mit dem swingenden Soft-Rock „The Way It Is“ aus 1986. Außerdem war er von 1990 bis 1992 Keyboarder bei über 100 Konzerten von The Grateful Dead, was alleine dafür spricht, dass sein Erfolg kein Zufall ist, sondern auf Talent,
Einfühlungsvermögen und Flexibilität beruht.
Die Liste der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern ist höchst beeindruckend und umfasst Bob Dylan, Bonnie Raitt, Willie Nelson, Jack DeJohnette, Bon Iver und die Cowboy Junkies. Bruce tummelt sich auf seinen eigenen
Platten in unterschiedlichen Stilrichtungen, von Pop bis Jazz, von Folk bis Soul, von Klassik bis Bluegrass. Bekannt wurde er durch Songs, die von hübscher Geradlinigkeit, einer durchgehenden Harmonie und clever komponierter Eingängigkeit geprägt wurden. Daneben gab es immer wieder nicht leicht durchschaubare Stücke, bei denen die Experimentierfreude wie ein Schalk im Nacken überraschend hervorblitzte. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang "Absolute Zero" aus 2019.
Für „Indigo Park“ hat Hornsby Kompositionen ersonnen, die eine starke melodische Substanz aufweisen und daraufhin eine gehörige Portion Extravaganz vertragen können, ohne kopflastig zu wirken. Sie vereinen das Beste aus Kontrolle und Abenteuer, wenn man so will. Als wolle er es seinen Kritikern erneut zeigen, dass er entgegen
einiger Ansichten in erster Linie Künstler und nicht Hit-Lieferant ist. Aber
eigentlich hat Hornsby solch eine Verteidigung gar nicht nötig, weil seine Musik selbst in romantisch verklärten Momenten eine hohe Substanz aufweist. Wir erinnern uns noch einmal an sein Engagement bei
The Grateful Dead, einer komplex funktionierenden Jam-Band, die nicht für
seichte Klänge bekannt ist. Sie hätten niemals einen mittelmäßigen Musiker als Keyboarder aufgenommen. Man musste schon besondere Fähigkeiten vorweisen, um Mitglied zu werden.
Zur
Entstehung des Albums erzählt Bruce, dass er vor der Realisierung nach
vier Platten in sechs Jahren einen Burn-out hatte. Aber die Ideen für
neue Songs waren schon in seinem Kopf und wollten unbedingt verarbeitet
werden. Auf seiner Homepage findet man die Aussage, dass die neuen Lieder "zwischen
den Extremen hell/dunkel, Gedächtnis/Fantasie, Ruhe/Wut und
Zweifel/Gewissheit oszillieren", was den Tatbestand des
Abwechslungsreichtums der Kompositionen treffend einfängt. Und er ergänzt: "'Indigo Park' ist ein Konzeptalbum, eine ausgedehnte
multidimensionale Untersuchung der Natur der Erinnerung – die Art und
Weise, wie bestimmte Szenen ruhig verweilen, während andere in eine
imaginierte Katastrophe stürzen, die Art und Weise, wie wir uns erinnern, und die Art und Weise, wie wir vergessen."
Seine aktuelle Begleitband nannte Bruce
The Noisemakers. Dieser Begriff ergibt für das Konzept von "Indigo Park" genauso Sinn, denn Hornsby betont, dass ihm daran gelegen war, Sounds zu
erzeugen, die er vorher noch nicht gehört hat. Es
ist ehrenhaft, wenn ein populärer Künstler seine Möglichkeiten nutzt,
um sich neu zu erfinden, etwas zu riskieren, und nicht seine Erfolgsmasche unendlich
auswalzt. Das zeigt Charakter.
Allerdings
kann sich Hornsby diese herausfordernden Ausflüge auch finanziell leisten, selbst wenn
ihm nicht alle bisherigen Fans folgen mögen. Der studierte Musiker widersteht bei „Indigo Park“ der Versuchung, seine Songs sentimental-wohlig klingen zu lassen. Für das Album werden die Instrumente
akribisch so angeordnet, dass den Liedern zumeist ein
filigran-verwunschener Sound mit ein paar Ecken und Kanten entlockt
wird.
Kommen wir nun zu den vielseitig konstruierten Songs von "Indigo Park". Der Titel-Track eröffnet das Album und ist in der Lage, die geneigte Hörerschaft vollkommen zu plätten, zu überraschen und
in Atem zu halten. Eine Hymne für die Ewigkeit: elastisch und geschmeidig, gleichzeitig
verschlungen und von hinreißend-bezaubernden Instrumentalpassagen durchdrungen.
Die Hürden der schwierig zu koordinierenden, pulsierenden Gesangslinien werden souverän
genommen und die teils spritzigen, teils melancholischen Piano-Läufe sind klug gestaltet und wohlüberlegt integriert worden. Ein absichtlich eingebauter Stopp erscheint zunächst wie ein
Verstolpern des Flows, ist aber ein wirksamer Baustein zur Aufrechterhaltung
der Spannung und Magie des fast fünf Minuten langen Songs. Das Lied handelt im Grunde von sich verschiebenden Perspektiven. Ereignisse, die einmal furchtbar unangenehm waren, können im Laufe des Lebens ihre traumatische Bedeutung verlieren und zu einer beiläufigen Anekdote oder einer ungiftigen Randnotiz gedeihen ("Ob Erfolg oder Misserfolg, es ist alles gleich. Es ist nur das Leben, und das Leben ist genug.")
In „Memory Palace“ geht es darum, dass es mit zunehmendem Alter schwerer fällt, sich an Dinge zu erinnern. Manche Namen, Daten und Fakten scheinen verschüttet zu sein, und man benötigt erhellende Assoziationen, um sie sich zu vergegenwärtigen. Dafür kann die Mnemotechnik hilfreich sein, die zum Aufbau eines sogenannten Gedächtnispalastes führt. Leider sind Erinnerungen flüchtig und können täuschen. Dennoch lohnt sich jede Anstrengung, um geistig fit zu bleiben. Die eben geäußerten Gedanken finden in "Memory Palace" einen Raum, weil sie einschneidend wichtige Themen berühren. Denn bei vielen Menschen schwingt bei temporären mentalen Einschränkungen die Angst mit, an Demenz zu erkranken. So auch bei Mr. Hornsby: "Ich lache, aber ich mache mir Sorgen, mache mir Sorgen: 'Schaffe ich das?' Meine Zeit der Einsamkeit so zu nutzen, dass mein Erinnern wahr bleibt." Dementsprechend soll der vorwärtsstrebende, entschlossen-monotone Beat, der den Track energetisch auflädt, eine kämpferische Haltung ausdrücken. Aufgeben zählt nicht! Korrespondierend dazu tanzen helle Töne um den behutsam um Beruhigung bemühten Gesang von Bruce und Ezra Koenig (Vampire Weekend) wie Glühwürmchen herum. Das hat was von einer akustischen Frischzellenkur fürs Gehirn.
„Entropy Here (Rust In Peace)“ ist ein weiterer Song, der sich mit dem Alterungsprozess beschäftigt. Kein Wunder, dass Bruce dieses Thema in den Mittelpunkt rückt. Er ist nun 71 Jahre alt und eigentlich schon im Rentenalter. Er erkennt würdevoll an, dass der Verfall unvermeidlich ist, aber die Gedanken daran nicht permanent die Lebensqualität mindern sollten. Die Komposition wurde an „Two Diversions“, ein Klavierstück von Elliott Carter, angelehnt. Für ungeübte Ohren klingt diese Musik eventuell wie leicht betäubt eingespielt, beinahe willkürlich ersonnen, was den Begriff der Entropie auf den Plan ruft: Die Entropie gibt nämlich den Grad der Unordnung in einem System an. Sie ist bei der Elliott-Carter-Vorlage relativ hoch. Hornsby belässt es bei einem leicht verwirrten Durcheinander mit Tendenz zum Nervenzusammenbruch. Sollen diese Zusammenhänge etwa die Vertonung seiner Burn-out-Erfahrungen darstellen?
Der Titel „Silhouette Shadows“ unterstellt, dass das Gedächtnis keine verlässliche Größe hinsichtlich des exakten Abspeicherns von Erlebtem ist. Deshalb ist die grundsätzlich autobiografisch angelegte Story von verschwommenen und fragmentarischen Fakten durchzogen ("Schattierte Erinnerungen. Ein Leben in Reflexion.") Die Musik wurde vom russischen Komponisten Dmitri Shostakovich inspiriert und hört sich wohl auch deshalb eher wie ein klassisches Kunstlied und nicht wie ein Pop-Song an. Es beginnt als vom Klavier getragene Ballade mit eigensinnig geformter, lang gezogener Melodieführung und auf- und absteigendem Gesang. Kurzzeitig eingeschobene, sinfonisch üppig angefütterte Fantasien bilden einen krassen Kontrast zum ansonsten kargen Zwiegespräch mit dem Piano.
Das mit "fetten" Rhythmen versehene Hip-Hop-Intro von „Ecstatic“ wandelt sich flugs in eine lebhaft-melodische Afro-Folk-Stimmung, wie sie auf "Graceland" von Paul Simon zu finden ist. Bonnie Raitt hilft als Sängerin dabei, den Volksfest-Charakter zu festigen, ist aber kaum herauszuhören. Erinnern Sie sich an einen ekstatischen Moment in Ihrem Leben und was er bei Ihnen psychisch und physisch ausgelöst hat? War es wie eine Verbindung mit etwas Göttlichem? Versuchen Sie doch, diesen Moment zu konservieren, um daraus dauerhaft Kraft zu schöpfen! Das empfiehlt auch Bruce Hornsby: "Versuche, das Ekstatische andauern zu lassen."
Für „Alabama“ werden mechanisch ineinandergreifende Geräusche erzeugt. Der Komponist setzt außerdem auf die auf- und anregende Wirkung von Tempo-, Dynamik- und Stilwechseln, die allesamt in diesem Stück zum Zuge kommen und ausgiebig angewendet werden. Aber Hornsby wäre nicht Hornsby, wenn es ihm nicht gelänge, trotz der komplexen, von Regeln und Erwartungen befreiten Sachlage einen Song zu formen, der nicht anstrengend, sondern interessant klingt. Er hört sich an, als würden die zunächst streng geordneten Noten plötzlich einem unsichtbaren, auf Krawall gebürsteten Dirigenten gehorchen. Der surreale Text von Robert Hunter, dem Chef-Lyriker der Grateful Dead, befeuert ergänzend die Annahme, dass diese Ideen wohl nicht von dieser Welt stammen ("Hab meine Wildkatze in einen Jutesack gesteckt. Bin losgezogen, um den Mond anzuheulen. Nahm ein Fass voller Gefahr, den Sohn von Cochise. Ein Piccolo und mein Fagott.")
Die Raffinesse, die „North Dakota Slate Roof“ auszeichnet, bezieht sich darauf, dass sich auch dieser Track nicht stilistisch festlegen lässt. Es gelingt, Elemente des Country, des Irish-Folk, des Jazz, der Klassik und des Pop rückstandslos miteinander zu verschmelzen und unterschiedlich oft und intensiv wie Polarlichter aufflackern zu lassen. Somit deckt der Song formal einen breiten Bereich ab, der Assoziationen auf hinlänglich Bekanntes zulässt, ohne Klischees strapazieren zu müssen. Das Lied stammt nachweislich aus der Periode des Burn-outs. Deshalb steht der im Text geäußerte Wunsch, eine Ranch zu besitzen, für einen Rückzugsort, bei dem die einfachen, wichtigen Dinge im Leben eine entscheidende Rolle spielen ("Ich akzeptiere, was real ist. Und ich liebe die Kargheit und die spärlichen, endlosen Felder.")
Die filigran zusammengesetzte, leicht verwundbare Ballade „Sliver Of Time“ scheint im feinstofflichen Bereich zu Hause zu sein, so zart fühlen sich die intim-dezenten Töne an. Wie feiner Nebel legen sie sich auf die Gehörgänge und verzaubern die Wahrnehmungszentren im Hirn. Der "Splitter in der Zeit" sind wir Menschen, ein winziges Teil eines großen Ganzen. Im Verhältnis zu den kosmischen Ausmaßen grenzen wir also substanziell an ein "Nichts". Desto wichtiger ist es, angesichts der kurzen Existenz auf der Erde etwas Bedeutsames auszusenden: Liebe, Empathie, Anstand und Mut. "Es gibt keine Zukunft und es gibt keine Vergangenheit. Nichts, was wir sehen, wird jemals von Dauer sein."
"Might As Well Be Me, Florinda" ist in einer etwas schnelleren Version schon 2014 auf den "Solo Concerts" erschienen. Jetzt ist ein ordentlich groovender, mit aufmerksam-effektiven Bläsern ausgestatteter New-Orleans-Jazz-Boogie daraus geworden, der einst gemeinsam mit Robert Hunter geschrieben wurde. Der Anfang 2026 verstorbene Grateful-Dead-Sänger und -Gitarrist Bob Weir trägt auch seine Künste bei. Es sollte leider seine letzte Studioarbeit werden. Und zwar eine ganz hervorragende. Der Track hält in seinen sieben Minuten Laufzeit einige Überraschungen bereit. Nicht nur, weil er die anfangs eingeschlagene Boogie-Blues-Spur mehrfach verlässt und sich nebenbei kleine Dissonanzen und ein sprödes Gitarrensolo einverleibt. Er hat auch keine Scheu davor, das Tempo zu verändern und Brüche zuzulassen. In erster Linie bleibt jedoch der unwiderstehliche Groove im Gedächtnis und erweist sich als verlässlicher Faktor für die Überwindung aller Widerstände. "Might As Well Be Me, Florinda" ist ein Liebeslied, bei dem sich der Verliebte als geeigneter Partner für Florinda ins rechte Licht rücken will. Seine flehentliche Werbung unterstreicht die unbedingte Bereitschaft, ein beständiger Partner sein zu wollen ("Könnte genauso gut ich sein, Florinda. Dich durch dick und dünn zu lieben.")
Mit dem abschließenden "Take A Light Strain" begibt sich Bruce zurück auf ein Feld, das viele seiner frühen Anhänger bevorzugen: einen warmen, die Wolken fortschiebenden, süffigen, harmonischen Pop. Dahinter scheint die Botschaft zu stehen, das Leben nicht zu ernst zu nehmen. Das Lied bezieht sich auf einen Traum: "Ich hatte diesen erstaunlichen Traum, wachte in tiefen Tränen auf. Ich träumte, dass ich eine Weile in einem quadratischen Raum stand. Dann öffnete sich die Tür, mein Vater stand da, in einem weißen Anzug und passenden Schuhen, mit einem großen Lächeln und ausgestreckten Armen." Sein Vater umarmte ihn wie ein riesiger Bär, und Bruce wachte, von Emotionen erschüttert, auf. Der Ausdruck "Take A Light Strain" für "Nimm die Dinge, wie sie kommen" war ein Leitspruch seines Vaters, dem er mit diesem Lied Respekt zollt. "Wir sehen uns ganz bald, oder vielleicht erst nach langer Zeit. Die Zeit verbiegt sich, und wir reiten auf einer wirbelnden Welle."
Bruce Hornsby singt und komponiert nicht nur, sondern spielt auch Piano, Harmonium, Mellotron, 12-seitige Gitarre, Synthesizer-Bass und Dulcimer. Mit seinem sechsundzwanzigsten Album "Indigo Park" hat er zudem ein mutiges, klanglich anspruchsvolles Konzept umgesetzt, das seine Hörerinnen und Hörer wieder einmal herausfordert. Hinsichtlich der Ausbeute von Liedern, die es darauf anlegen, tief ergründet werden zu wollen, werden sie reich belohnt.
Mögen die verwendeten Themen auch eher die ältere Generation ansprechen, so ist die Musik zukunftsweisend. Sie sagt dem Einerlei der Charts den Kampf an. Sie plädiert für ein intelligentes Infotainment, bei dem die Texte poetisch stark und inhaltlich gehaltvoll sind und die Musik emotional bewegend und ansteckend provokant ist. Bei der Umsetzung sind absolute Könner wie Blake Mills (Gitarre), Pino Palladino (Bass), Tony Berg (Produktion, Bass, Gitarre, Banjo) und Chris Dave (Schlagzeug) mit von der Partie. Sie sind ein Garant für die außergewöhnliche Qualität der Umsetzung der kühnen Arrangements gewesen.
Das Cover ziert eine Radierung von Edward Hopper aus dem Jahr 1921. Sie heißt "Night Shadows" und zeigt aus der Vogelperspektive einen einsamen Mann, der sich einer Straßenecke nähert, welche bedrohliche Schatten bereithält. Hornsby bezeichnet diese Stimmung als die Perspektive eines "alten Bastards, der auf sein Leben zurückblickt", womit er die Aussage seiner Songs pauschal beschreiben möchte. Im Vorfeld der Produktion beschäftigte sich der Musiker unter anderem mit den avantgardistischen Werken von György Ligeti und Arnold Schönberg und ließ diese Erfahrungen in seine Kompositionstechnik einfließen. Die daraus entstandenen Tugenden sprengen die Normen und bilden eine vorbildliche Leitschnur für eine Fusion von bewährter Tradition und unbekanntem Neuland. Durch den enormen Erfahrungsschatz von Hornsby erblühten überdies philosophische Betrachtungen, die als lyrisch verkleidete Lebenshilfe gedeutet werden können. Dieser Nährboden brachte zudem originell zusammengestellte Tonfolgen hervor. Beide Aspekte wurden dann zu einem eindringlichen, überzeugenden Werk zusammengefügt.
Bruce Hornsby hat sich schon auf viele stilistische Ausflüge eingelassen, aber keines seiner Werke ist so ausgereift zwischen Schönklang und Klang-Abenteuer austariert gewesen wie "Indigo Park". Die Songs geben ihre Identität oft nur nach und nach preis. Das ist vergleichbar mit dem Pellen einer Zwiebel, wenn Schicht für Schicht abgetrennt werden muss, um zur Mitte zu gelangen. Dadurch ist gewährleistet, dass der Genuss des Entdeckens lange anhält. Vorzüglich!
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