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Beirut - Hadsel (2023)

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Durch die Aufnahmen für "Hadsel" wurde Zach Condon der Blick auf das Wesentliche ermöglicht. Zach Condon kann nicht nur als Musiker, sondern auch als Klangforscher bezeichnet werden. Unter dem Pseudonym Beirut, welches er schon mit 14 Jahren ins Leben rief, bereist er neugierig die musikalische Welt, um sich bei interessanten Ton-Mustern aus unterschiedlichen Kulturen zu bedienen. Credit: Lina Gaisser Das achte Beirut-Werk "Hadsel" entstand allerdings unter einschneidenden Bedingungen. Vorausgegangen waren schwerwiegende Probleme mit dem Hals, die Condon 2019 dazu zwangen, seine Tournee abzusagen, was den Fortbestand seiner Karriere infrage stellte. Diese Sinnkrise münzte der sensible Künstler in einen Schritt der radikalen Abnabelung von seinem bisherigen Leben um: Er verschanzte sich Anfang des Jahres 2020 in einer Hütte auf der Insel Hadseløya im Norden von Norwegen. In dieser herausfordernden Umgebung musste sich Zach "mit vielen Dingen aus der Vergangenhei...

Marí - Making Peace With Uncertainty (2023)

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Im Auge des Wirbels der Melancholie. Marí heißt vollständig Linda Marí Josefsen und wuchs auf der Insel Mors in Dänemark auf. Sie legt mit "Making With Uncertainty" am 3. November 2023 ein Erstlingswerk vor, dessen Musik von ihr als "nordischer minimalistischer Folk" bezeichnet wird, welcher nicht von gegenwärtig populären Musikrichtungen beeinflusst wurde. Die Kompositionen seien stattdessen "in einem zeitlosen, nachdenklichen und ruhigen, aber dennoch kantigen, düsteren und melancholischen Universum" zu Hause. Das ist Musik, dessen Zugänglichkeit erarbeitet werden möchte, weil der Charme auch in der Konfrontation mit der textlichen Zurschaustellung von Unzulänglichkeiten besteht. Mit denen wird aber akustisch wahrnehmbar abgerechnet und Frieden geschlossen - genau, wie es der Titel ankündigt. "Wir verändern uns ständig, sind chaotisch und kompliziert, während wir auf natürliche Weise nach den banalsten und einfachsten Dingen wie Sinn, Akzeptanz, Ane...

Robert Finley - Black Bayou (2023)

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Der Blues von alten Männern muss nicht unbedingt altmodisch klingen! Auch wenn der Name Robert Finley bisher nicht jedem geläufig sein wird, so ist der aus Louisiana stammende Musiker alles andere als ein Newcomer. Der inzwischen blinde Sänger veröffentlichte sein erstes Album  "Age Don`t Mean A Thing" bereits  2016. Da wurde er allerdings schon 63 Jahre alt. Credit: Jim Herrington Es folgten die mit den helfenden Händen von Dan Auerbach von The Black Keys verwirklichten Werke " Goin` Platinum " (2017) und "Sharecropper Son" (2021). Auerbach ist auch bei "Black Bayou" (erschienen am 27. Oktober 2023) wieder als Produzent und Helfer an Bord. Außerdem begleiten den altersweisen Soul- und Blues-Mann noch die Schlagzeuger Patrick Carney ( The Black Keys ) und Jeffrey Clemens ( G. Love & Special Sauce ), Eric Deaton am Bass, sowie der Country-Blues-Gitarrist Kenny Brown und die Sängerinnen Christy Johnson und LaQuindrelyn McMahon, also die Toch...

Israel Nash - Ozarker (2023)

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Israel Nash umgibt sich auf "Ozarker" streckenweise mit süßem Pop und bleibt manchmal daran kleben. Der Alternative-Rock- und Americana-Musiker Israel Nash (seit 2013 verzichtet er auf den Namenszusatz Gripka) rückt mit seinem achten Album "Ozarker" ein Stück näher an den Mainstream-Pop heran, ohne allerdings seinen angestammten Rock- und Americana-Sound vollends aufzugeben. Credit: Chad Wadsworth Es gibt auf "Ozarker" zehn neue Songs zu hören, die die Familie als Keimzelle für die Weitergabe von Erfahrungsberichten nutzt. Auf diese Weise gelangen Geschichten in die Öffentlichkeit, die Israel Nash von seinen Vorfahren über die Freuden und das Leid der Menschen im ländlichen Amerika erzählt wurden.  Die Eröffnungsnummer "Can't Stop" ist extrem Radio-tauglich, besitzt einen teilweise nach Drum-Machine, teilweise nach lebendigem Trommler klingenden Rhythmus und ist so aufstachelnd-euphorisch, dass ein Stillsitzen beim Hören kaum möglich ist. Bei...

Peter Broderick & Ensemble 0 - Give It To The Sky: Arthur Russell's Tower Of Meaning Expanded (2023)

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Achtung! Kunst! Peter Broderick interpretiert "Tower Of Meaning" von Arthur Russell in einer angepassten Fassung. Der 1987 in Carlton, Oregon geborene Multiinstrumentalist, Komponist, Produzent und Tontechniker Peter Broderick ist ein unkonventioneller, abenteuerlicher, Genre-Grenzen sprengender Artgenosse.  Genauso wie der von ihm mit "Give It To The Sky" gewürdigte, 1952 geborene und leider schon 1982 verstorbene, wagemutige Querkopf, Komponist und Multiinstrumentalist Arthur Russell . Beide Künstler lieben es zu experimentieren und sich jenseits vom Massengeschmack auszudrücken. Deshalb ist die Zuneigung von Broderick zu Russell nicht ungewöhnlich, sondern logisch. Ebenso passend ist die Einbeziehung des 12-köpfigen französischen Ensemble 0 zur Realisierung der Neuauflage von " Tower Of Meaning ", einem Orchester-Werk von Russell aus 1983. Die Begleit-Musiker um Stéphane Garin und Sylvain Chauveau bringen die entsprechende Vorbildung mit, um beurteilen ...

SuperBlue - The Iridescent Spree (2023)

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Der Name ist Programm: "The Iridescent Spree" beinhaltet einen schillernden Reigen von transformiertem Jazz ohne Genre-Scheuklappen. SuperBlue ist eine Allstar-Formation. Ähnlich wie bei den Jazz-Projekten Weather Report oder The Mahavishnu Orchestra besteht die Besetzung nur aus bewährten, hochgradig begabten Musikern: Kurt Elling, Jahrgang 1967, verfügt über eine vier Oktaven überspannende, flexible Bariton-Stimme, die ihm in den letzten 25 Jahren seines Schaffens etliche Auszeichnungen eingebracht hat (unter anderem wurde er 17-fach zwischen 2000 und 2021 vom renommierten „Downbeat“-Magazine zum besten Sänger des Jahres gekürt). Der umtriebige Fusion-Gitarrist und Produzent Charlie Hunter, der auf seiner achtsaitigen Hybrid-Gitarre gleichzeitig Lead-Gitarre und Bass spielt, ist ein gern gesehener Gast bei Kolleginnen und Kollegen, hat aber auch schon einige Alben unter eigenem Namen aufgenommen. Der Schlagzeuger Corey Fonville und der Multiinstrumentalist DJ Harrison kom...

Buddy & Julie Miller - In The Throes (2023)

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Americana Deluxe: Buddy & Julie Miller haben Maßstäbe gesetzt und sind immer noch eine Klasse für sich. Buddy & Julie Miller machen sich rar, was gemeinsame Veröffentlichungen angeht und deshalb ist es jetzt besonders erfreulich, dass es trotz der psychischen und Schmerz-Erkrankung von Julie wieder ein gemeinsames Album gibt! Hoffentlich ist das ein Zeichen dafür, dass es ihr besser geht! Buddy und Julie teilen sich die Gesangs-Aufgaben bei ihren Songs je nach Fundament und gewünschtem Ausdruck auf oder ergänzen sich stimmlich. Julie kann dabei erotisierend-frech, aber auch verletzlich-sensibel klingen, während Buddy das liebevolle Raubein darstellt. Das Paar beherrscht nicht nur kantigen Folk- und beherzten Garagen-Rock, sondern auch sanft-intime Balladen und zu Tränen rührende, dunkle Country-Schmachtfetzen. Das Ganze wird gerne zusätzlich noch mit einer Prise "Sweet Soul Music" versehen. Credit: Jeff Fasano Neben erlesenen Eigenkompositionen interpretieren die Beid...

Bombino - Sahel (2023)

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Die Wüste lebt: Bombino vermittelt mit Vehemenz und Sanftmut zwischen Tradition und Gegenwart. Es ist eine Binsenweisheit, dass Musik eine universelle Sprache ist und dennoch gilt weiterhin der anglo-amerikanische Raum als hauptsächliche Brutstätte und Region der alleinigen Rechte-Inhaber, was die Erzeugung von stilprägender Pop- und Rock-Musik angeht. Afrika hat da kaum jemand auf dem Schirm. Und das trotz solch vorbildlicher Künstler wie Fela Kuti oder Angélique  Kidjo. An manche Ohren ist allerdings schon der Sound von Tuareg-Gruppen wie Tinariwen oder Tamikrest aus Mali gedrungen, der umgehend den Stempel Wüsten-Trance-Rock verpasst bekam. I n diese Schublade passt auch Bombino, der schon mit Dan Auerbach von The Black Keys im Studio war und deshalb beinahe als etabliert angesehen werden kann. Und das aus gutem Grund, denn seine Musik ist gar nicht so weit weg vom Blues, Folk oder Garagenrock der Kollegen aus den USA. Der Sänger, Gitarrist und Komponist Bombino stammt aus Ni...

Jonathan Wilson - Eat The Worm (2023)

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Das bunt schillernde Art-Pop-Album "Eat The Worm" ist mit verblüffenden Sound-Eskapaden und etlichen Künstler-Verweisen gespickt.   Eine beliebte Mutprobe unter Kindern ist: Wer traut sich, den Regenwurm zu essen? Jonathan Wilson hat diese Herausforderung wahrscheinlich angenommen. Er traute sich so was, kann man sich zumindest vorstellen. Denn er beweist schon seit langer Zeit künstlerischen Mut. Für sein fünftes Werk "Eat The Worm" hebelt er nämlich mit leichter Hand konventionelle Song-Strukturen ohne Rücksicht auf kommerzielle Gesichtspunkte aus. Dennoch hält er vertraute Töne in der Hinterhand aufrecht. Ein Kunststück und eine wagemutige Angelegenheit, die sich lohnt und durch eine hohe Attraktivität auszahlt. Credit: Andrea Nahkla Manchmal bedarf es eines Erlebnisses, das einen aus der Komfortzone holt und die bisherigen Vorstellungen auf erfrischende Weise durcheinanderbringt. Jonathan Wilson hatte solch eine magische Erfahrung, als er eines Abends zufällig d...