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TIFT MERRITT - STITCH OF THE WORLD (2017)

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Tift Merritt geht mit der Offenlegung von Emotionen bis an die Schmerzgrenze. Um sich im von Männern dominierten Musikgeschäft zu behaupten, müssen Frauen besonderes Durchsetzungsvermögen beweisen. Wenn es sich dann noch um ein dem Rock zuzuordnendes Genre handelt, ist die Konkurrenz besonders groß und Glaubwürdigkeit muss sich hart erarbeitet werden. Auch beim Americana geht es darum, überzeugende Songs originell und eigenständig zu präsentieren, um sich von dem grauen Durchschnitt abzusetzen. Tift Merritt erhielt ihr musikalisches Rüstzeug von ihrem Vater, der ihr Gitarre- und Klavierspielen beibrachte. Zusammen sangen sie zu Hause Songs von Percy Sledge oder Bob Dylan und hörten sich durch eine interessante Sammlung von Soul-, Folk-, Rhythm & Blues-, Rock- und Country-Platten. Bereits als Twen spielte Tift Solo und in Bands vor Publikum, und im Jahr 2000 bekam sie mit 25 Jahren ihren ersten Plattenvertrag. Die Sängerin und Komponistin hat sich dann beinahe aus de...

PROPER ORNAMENTS - Foxhole (2017)

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Die PROPER ORNAMENTS spielen harmonischen, psychedelischen Folk-Pop mit Referenzen an zum Beispiel BECK, SYD BARRETT, YO LA TENGO und WILCO. Aber sie haben noch mehr zu bieten, wie hier nachzulesen ist: Die Proper Ornaments bieten Feinschmecker-Folk-Pop an, der sich nicht vor den zitierten Vorbildern verstecken muss. Der Sänger und Gitarrist James Hoare, Mitglied der Alternative-Pop-Bands Ultimate Painting und Veronica Falls sowie Keyboarder Max Oscarnold, der bei den Psychedelic-Poppern von Toy und den Pink Flames musiziert, leben über Proper Ornaments ihre Hassliebe zueinander aus. „Foxhole“ ist nach „Wooden Head“ von 2014 das zweite Studio-Album der Formation, die durch Daniel Nellis am Bass und Bobby Sime am Schlagzeug komplettiert wird. Auf verzerrte Gitarren und Hektik wurde bei den aktuellen Aufnahmen komplett verzichtet, was aber nicht zu Lasten der Intensität ging. Diese tritt jetzt hypnotischer und diffiziler zu Tage, denn überwiegend wird ein ätherischer, ruhiger, a...

MATTHEW E. WHITE - GENTLEWOMAN, RUBY MAN (2017)

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MATTHEW E. WHITE ist ein Visionär. Jetzt hat er zusammen mit der Folk-Sängerin FLO MORRISSEY ein Cover-Versionen-Album mit dem Titel GENTLEWOMAN, RUBY MAN eingespielt, das einige Überraschungen bereit hält. Der Beginn einer fruchtbaren Zusammenarbeit? Hippie-Folk und Gothik-Soul-Kunst finden bei „Gentlewoman, Ruby Man“ für einige ungewöhnliche Cover-Versionen zusammen. Die englische Hippie-Folk-Sängerin  Florence Morrissey  und der amerikanische Gothik-Soul-Künstler und Produzent  Matthew E. White  trafen das erste Mal am 25. Oktober 2015 bei einem Tribute-Konzert für  Lee Hazlewood  zusammen. Sie bestritten im Barbican Centre in London gemeinsam das skurrile, höchst seltsame „Some Velvet Morning“, das 1967 von  Hazlewood  und  Nancy Sinatra  aufgenommen wurde. Morrissey & White verstanden sich auf Anhieb so gut, dass sie beschlossen, in Zukunft gemeinsame Sache zu machen. Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist „Gentlewoman, Ruby M...

The Band Of Heathens - Duende (2017)

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„Duende“ von The Band Of Heathens ist eine Bestandsaufnahme der beliebten Americana-Formation. Gordy Quist und Ed Jurdi, die Gründer und Frontmänner der 2005 in Austin, Texas, gegründeten The Band Of Heathens, können als Stehaufmännchen bezeichnet werden. Ihnen kam 2011 der Songwriter-Partner Colin Brooks abhanden und das Fundament des Gruppen-Sounds wurde durch einige Umbesetzungen erschüttert. Trotzdem waren die Leidenschaft für die Musik und die künstlerische Basis stark genug, um bis heute durchzuhalten. Mehr noch: Es wurden sogar ständig neue Einflüsse und Stile in den Americana-Sound eingebaut. So finden sich wiederkehrende Überschneidungen mit den Vorbildern   The Band   oder dem frühen Country-Soul von   Van Morrison . Auch Anleihen bei Little Feat oder   The Rolling Stones   können verbucht werden. Ausflüge in sanfte Southern Soul-Gefilde oder ruppige Rhythm & Blues-Niederungen sind auch keine Seltenheit. Folk & Country mit einem Rock & Roll...

BONOBO - Migration (2016)

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BONOBO veröffentlicht "Migration". Ist das Fahrstuhlmusik oder Art-Pop? Bonobo schlägt einen Bogen zwischen Lounge-Beschallung und Kunstobjekt. So lautet die Schlagzeile zu meiner Rezension von MIGRATION, dem sechsten Album von Simon Green alias Bonobo.  Fahrstuhlmusik oder Art-Pop? Bonobo schlägt einen Bogen zwischen Lounge-Beschallung und Kunstobjekt. Ein Bonobo ist ein Zwergschimpanse, der sich vor allem durch seine Friedfertigkeit und sein ausgeprägtes Sozialverhalten auszeichnet. Auch die Musik des englischen Allrounders Simon Green, der sich mit der Primatenbezeichnung als Künstlernamen schmückt, besitzt stets ein ausgleichendes Element. Das Stück „Migration“ dokumentiert das Fließen der Zeit als einen tickenden oder tropfenden Zustand, der durch schillernde, ablenkende Impressionen ausgeschmückt wird. Gleichmut und Aktionismus sind dabei gleichberechtigt vorhanden. Das symbolisiert den eintönigen Alltag sowie die Abkehr davon, die Produktivität ins Leben bring...

2016 ist vorbei und es wird überall Bilanz gezogen.

2016  ist vorbei und es wird überall Bilanz gezogen. Musikalisch gab es wie immer positive Überraschungen und Talente zu entdecken, von denen hoffentlich auch in der Zukunft noch was zu hören sein wird. Ergänzend seien noch ein paar Hoffnungen für 2017 formuliert: Schön wäre es, mal wieder was von Tom Waits, David Sylvian oder Mark Hollis (ex-Talk Talk) zu hören. Die Entwicklung von Belle And Sebastian von einer introvertierten Indie-Folk-Kapelle zu einem universellen Pop-Projekt war auch als Konzertereignis höchst beeindruckend. Hoffentlich gibt es 2017 mehr davon! Außerdem wünsche ich mir häufiger Stilverwirbelungen wie z.B. Country-Soul, Country-Funk, Folk-Reggae oder Soul-Jazz. Es würde mir sehr gefallen, wenn sich im TV eine neue Musiksendung etablieren könnte, die sich auch um „Geheimtipps“ kümmert. Dann warte ich noch auf eine CD-(Wieder-)Veröffentlichung der Werke von Paul Pena, dessen „Jet Airliner“ 1977 von Steve Miller gecovert wurde. Auch die beiden Platten des...

MARIA TAYLOR - In The Next Life (2016)

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Maria Taylors Mehrkomponenten-Folk erfüllt viele Bedingungen, um einen harmonischen und intensiven Gesamteindruck zu hinterlassen. Maria Taylors gemeinsame Arbeit mit ihrer besten Freundin  Orenda Fink  vereinte beide Musikerinnen nach mehreren Anläufen im Duo  Azure Ray . Auch solo bildete Maria die Stationen und Erfahrungen ihres Lebens ab und feierte mit dem Album „ Something About Knowing “ 2013 den Umzug nach Kalifornien und die Gründung einer Familie. Die Verantwortung als Mutter und die neue Rolle als Ehefrau veränderten die Weltsicht. Aus dieser Perspektive zog sie Bilanz, stellte sich die Sinnfrage nach dem Inhalt des Lebens und überlegte, was ihr wohl die Zukunft bringen mag. „In The Next Life“ sollte unter der gedanklichen Voraussetzung, dass nur noch ein Album möglich wäre, ein endgültiges Statement abgeben. Also die volle Konzentration im Angesicht der Veränderung und Vergänglichkeit auf die Musik lenken. Diese Besinnung auf neue Erfahrungen und die En...

Damien Jurado & Richard Swift - OTHER PEOPLE`s SONGS VOLUME 1 (2016)

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Wenn sich kreative Musiker Kompositionen anderer Künstler vornehmen und diese nach ihren Vorstellungen umstrukturieren, können dabei spannende Ergebnisse rauskommen. So auch bei DAMIEN JURADO & RICHARD SWIFT. Ihr OTHER PEOPLE`s SONGS VOLUME 1 gab es schon 2010 als Gratis-Download, nun ist das Hobby-Projekt auch als CD erschienen. Einziges Manko: Die damalige Laufzeit von ca. 30 Minuten wurde nicht durch weitere Songs aufgestockt. Das spannende, leider aber viel zu kurze Cover-Versionen-Experiment von Damien Jurado & Richard Swift aus 2010 gibt es jetzt erstmals auf CD. Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Cover-Versionen-Projekt stammt schon aus 2010. Damals gab es die Einspielungen als Gratis-Download, nun sind sie auch als physischer Tonträger zu haben. Der kalifornische Songwriter und Tastenmann Richard Swift hatte damals gerade „Saint Bartlett“ vom Kollegen und Saitenmann Damien Jurado aus Seattle produziert. Zur Entspannung trafen sich die beiden an einem Wochenende im Au...

GILLIAN WELCH - BOOTS NO.1: THE OFFICIAL REVIVAL BOOTLEG (2016)

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Vor 20 Jahren wurde der Country-Folk-Meilenstein „Revival“ veröffentlicht. Das wird jetzt mit einer Werkschau gefeiert, die 21 Aufnahmen aus der Entstehungsgeschichte enthält. Sie geisterten zum Teil schon seit längerer Zeit als klanglich minderwertige Dateien im Internet herum. Jetzt sind sie offiziell und soundtechnisch bestmöglich aufbereitet erschienen. Die Rede ist von den Einspielungen, die zur Vorbereitung auf das Erstlingswerk „Revival“ der Americana-Sängerin Gillian Welch aufgenommen wurden und es letztlich nicht in dieser Form auf das Album geschafft haben. Darunter sind Demos, Outtakes und alternative Mixe. Einundzwanzig davon werden jetzt zum zwanzigjährigen Jubiläum offiziell vorgestellt. „Revival“ hatte 1996 viele Americana-Anhänger verblüfft. Quasi aus dem Nichts kamen diese Lieder, die sich teilweise uralt anhörten, aber aus dem aktuellen Fundus der 1967 in New York geborenen und in Los Angeles bei Adoptiveltern aufgewachsenen Musikerin stammten. Viele Songs ware...