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Teho Teardo & Blixa Bargeld - Nerissimo (2016)

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TEHO TEARDO & BLIXA BARGELD machen Kunst-Pop. Die beiden Avantgardisten haben ihre zweite Zusammenarbeit NERISSIMO genannt. Das ist eine Bezeichnung für das dunkelste Schwarz. Entsprechend verhangen ist ihre Musik. Aber keine Bange, am Ende siegt das Licht. Teho Teardo & Blixa Bargeld loten die Grenze zwischen ernster Musik und Unterhaltung aus. Da haben sich zwei Brüder im Geiste getroffen. Der italienische avantgardistische Klang-Konstrukteur Teho Teardo und der Rock-Provokateur Blixa Bargeld - der den Sound von Einstürzende Neubauten bis heute nachhaltig prägt sowie 20 Jahre lang Gitarrist bei Nick Cave And The Bad Seeds war - haben heute in etwa die gleiche Auffassung von experimenteller Pop-Musik. Jawohl, Pop-Musik! Denn diese Klänge sind zwar ungewöhnlich und bizarr, aber dennoch von großem Unterhaltungswert. Drei Jahre nach ihrem Debüt „Still Smiling“ melden sich die beiden Querdenker jetzt wieder zu Wort. „Nerissimo“ ist eine Bezeichnung für da...

BEN WATT - Fever Dream (2016)

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BEN WATT ist als Hälfte von EVERYTHING BUT THE GIRL mit seiner Partnerin TRACEY THORN bekannt geworden. Jetzt hat er ein hervorragendes neues Album veröffentlicht. FEVER DREAM ist ein Meisterwerk, nicht mehr und nicht weniger. Erfolgreich und dennoch unterbewertet: Ben Watt steigt endgültig in die erste Liga der Singer/Songwriter auf. Ben Watt stand ungerechterweise immer ein wenig im Schatten seiner Partnerin Tracey Thorn, der Frau mit der verführerischen, kühl-entspannten Stimme. Zusammen sind sie seit 1982 als Everything But The Girl unterwegs und haben seitdem alle Trends und Strömungen überlebt. Mehr noch: Für Künstler anderer Musikformen wie TripHop oder House, gilt das Duo, das sich nach einem Trödelladen im englischen Hull benannt hat, als Inspiration. Als Verfechter des eleganten Easy Listening, des grazilen Latin-Sounds und des luftigen Folk-Jazz haben sie nie dem Mainstream angehört, sind aber auch nicht aus dem Radar der Musikliebhaber verschwunden. Und das, obwohl da...

HAYES CARLL - Lovers And Leavers (2016)

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HAYES CARLL tritt in die Fußstapfen von legendären texanischen Songwritern wie TOWNES VAN ZANDT, GUY CLARK, JERRY JEFF WALKER oder RAY WYLIE HUBBARD. Sein neues, akustisches Album LOVERS AND LEAVERS weist ihn als großen Geschichtenerzähler aus. Hayes Carll legt mit dem akustischen Album "Lovers And Leavers" seine Reifeprüfung ab und klingt dabei so erfahren wie seine wesentlich älteren Vorbilder. Er ist ein texanisches Urgestein und wurde am 9. Januar 1976 in The Woodlands, einem straff durchorganisiertem, ökologischem Lebensraum, der etwa 45 km nördlich von Houston liegt, geboren. Hayes Carll gehört damit nicht mehr zu den Newcomern der Singer/Songwriter-Szene seines Landes, aber auch nicht zu den alten Hasen. Im Jahr 2002 kam sein erstes Album „Flowers & Liquor“ raus. Damals gab es schon Vergleiche mit den Urgesteinen Jerry Jeff Walker („Mr. Bojangles“) und  Townes Van Zandt , was für ihn Fluch und Segen zugleich war. Fluch, weil die Erwartungshaltung an ihn immens hoc...

Trapper Schoepp - Rangers & Valentines (2016)

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TRAPPER SCHOEPP ist ein relativ neuer Name im erweiterten Americana-Umfeld, der Aufmerksamkeit verdient hat. Mit Unterstützung von BRENDAN BENSON (The Raconteurs) hat er ein vielseitiges Album aufgenommen. „Rangers & Valentines“ ist ein typisches Übergangsalbum eines aufstrebenden Songwriters auf dem Weg zur eigenen Identität. Trapper Schoepp aus Milwaukee wird vom semi-legendären Brendan Benson produziert. Das ist der Mann, der durch engagierte Solo-Arbeiten, die ihn als Kenner des lebendig-sprühenden Pop mit Widerhaken und Energie ausweisen, bekannt wurde. Außerdem ist er Mitglied des Musiker-Kollektivs  The Raconteurs  um  Jack White  ( The White Stripes ), das auch gerne mal härtere Töne anschlägt. Die führende Hand von Mr. Benson ist auf „Rangers & Valentines“ deutlich zu spüren und gibt den Songs straffe und transparente Konturen. Der aufstrebende Schoepp hat durch seine Tourneen mit  The Wallflowers ,  The Jayhawks  und The Old 9...

HODJA - Halos (2016)

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Dänemark ist nicht grade als Wiege des Rock & Roll bekannt. Die Band HODJA, die dort beheimatet ist, zeigt jetzt mit ihrem bereits zweiten Album innerhalb eines Jahres, dass es auf die Einstellung und nicht auf den Wohnort ankommt, ob inspirierende Musik gelingt. Hier hört man jedenfalls brodelnden, geheimnisvollen Voodoo-Rock der Güteklasse A. Die Voodoo-Blues-Priester von Hodja lassen das zweite unbändige Monster von der Leine. Der Rock’n‘Roll hatte schon immer auch eine dunkle, dämonische und mystische Seite. Selbst die  Rolling Stones  sangen über „Sympathie Für Den Teufel“ und  Dr. John  aus New Orleans verlieh seiner Musik durch Einbeziehung von Voodoo-Riten einen magischen Effekt. Heute sind diese Strömungen weitgehend aus dem Pop- und Rock-Tagesgeschäft verschwunden. Aber im verträumten Dänemark, das im „World Happiness Report“ der Vereinten Nationen auf Platz 1 gelandet ist, gibt es noch eine Bastion mit unbeugsamen, besessenen Musikern, die diese...

AnnenMayKantereit - Alles Nix Konkretes (2016)

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Jetzt ist es endlich draußen, das lange erwartete Major-Label-Album von AnnenMayKantereit. Ein Medien-Hype und eine ausverkaufte Tournee waren diesem Ereignis vorausgegangen. Und? Hat sich das Warten auf ALLES NIX KONKRETES gelohnt? Doch, schon, aber in zwei Sätzen ist das Phänomen nicht zu erklären. Zwischen Hype und Wirklichkeit: AnnenMayKantereit müssen jetzt mit der Popularität klarkommen. „Alles Nix Konkretes“ bietet dafür eine gute Basis. Er ist wieder da. Nein, nicht der größenwahnsinnige Herrscher, der von Österreich aus die Welt terrorisierte, sondern der König von Deutschland. Henning May wuchert nämlich mit dem gleichen kratzigen Timbre wie Rio Reiser, der einst philosophierte, was er als Oberhaupt Deutschlands alles ändern würde. May ist ein Viertel der Gruppe AnnenMayKantereit, deren Verbundenheit untereinander sich schon allein durch den Bandnamen und dessen Schreibweise ableiten lässt. Diese Newcomer ernteten schon viele Vorschusslorbeeren und sind nicht nur aufgru...

RANDWEG - Meanderlust (2016)

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Kunst und Unterhaltung gehen bei Randweg eine muntere Fusion ein. Obwohl die Musik von Randweg textlos ist, werden durch die phantasievolle Wortwahl bei den Titeln Hinweise auf die Intention und Sichtweise der Musiker gegeben. Ein Randweg ist keine Hauptstraße und entsprechend sind die produzierten Töne auch nicht auf eine mehrheitsfähige Hörerschaft ausgelegt. Sie sind vielmehr für Menschen gestaltet worden, die neuen Erfahrungen, ungewöhnlichen Verbindungen und Querdenkern eine Chance geben. Das englische „meander“ bedeutet auf Deutsch mäandern, also kurvenreiche, verschlungene Muster aufweisen. Das steht hier für den Spaß, gängige Kombinationen durch gewagte, ungewöhnliche Ideen zu ersetzen. Diese werden intellektuell hochwertig, aber nicht verkopft oder schwer nachvollziehbar umgesetzt. Es gibt immer mindestens eine stabile Grundform der Melodik und aufmunternde Rhythmen spielen auch eine große Rolle. Lautmalereien werden mit natürlichen Eindrücken wie etwa echoartigen Formen...

WOOD BROTHERS - PARADISE (2016)

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Americana in einer neuen Dimension: Feingliedrig, kreativ und eingängig ist das neue Werk der WOOD BROTHERS geworden. PARADISE heißt es und es macht Spaß von Anfang bis Ende.  Akzente setzen, sich Zeit lassen, um Ausdrücke wirken zu lassen, und Töne wirkungsvoll platzieren: Diese Künste beherrschen die Wood Brothers vortrefflich. Chris Wood (Bass, Gesang, Harmonika), Oliver Wood (Gitarre, Gesang) und Jano Rix (Schlagzeug, Keyboards, Gesang) können schon als alte Hasen des Musikbusiness bezeichnet werden. Chris hatte seit den 90er-Jahren beim Fusion-Jazz-Trio Medeski, Martin und Wood musiziert und Oliver spielte etwa zeitgleich in der Roots-Rock-Kapelle King Johnson. Als The Wood Brothers legen sie jetzt auch schon ihr fünftes Studioalbum seit 2006 vor, bei dem sie sich wieder unverkrampft bei diversen Stilen bedienen. Es hat sich zum Glück seitdem noch keine lähmende Routine eingeschlichen und die Ideen sind den Musikern auch noch nicht ausgegangen. Ganz im Gegenteil: Die Wood...

PAPER TIGERS - HEAD OVER HEALS (2016)

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Vieles, was die 60er und frühen 70er Jahre so unterhaltsam gemacht hat, wird von den dänischen PAPER TIGERS zum Leben erweckt. Ihr erstes Album HEAD OVER HEALS ist zwar Retro, klingt aber taufrisch. Die dänischen Paper Tigers haben den Sound der 60er- und frühen 70er-Jahre verinnerlicht. Den Einfluss elterlicher Vorbildfunktion für die musikalische Sozialisation sollte nicht unterschätzt werden. So war der Vater der Brüder Linus und Andreas Valdemar als regional bekannter Folksänger für die Prägung seiner Jungs verantwortlich. Im Hause Valdemar war nämlich der Sound der 60er- und frühen 70er-Jahre ständig präsent und brachte Linus dazu, Songs zu schreiben, Gitarre zu spielen und zu singen. Sein Bruder Andreas lernte unterdessen, den Bass zu bedienen. Zusammen mit Schlagzeuger Niklas Løvén und Keyboarder Sebastian Martin bilden die Dänen heute die Besetzung der Paper Tigers. Mit „Head Over Heals“ liegt nun ihr erstes Album vor, nachdem sie bereits 2011 zur besten Rockband bei ...