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Woodlands – Woodlands (2013)

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Das schwedische Trio WOODLANDS ist nicht zu verwechseln mit der norwegischen Band WOODLAND aus dem MOTORPSYCHO-Umfeld. Die CD fängt mit einem beinahe unheimlichen deja vu-Erlebnis an: Der Track MOVE FORWARD beginnt wie ein verschollenes Kleinod aus NEIL YOUNG`s EVERYBODY KNOWS THIS IS NOWHERE Sessions. Erst die einsetzende sympathische, liebliche, dabei klare und kontrastreiche Stimme von SARA WILSON beendet charmant dieses Trugbild und verschiebt es in Richtung FAIRPORT CONVENTION. Das schwedische Trio begnügt sich aber im Folgenden nicht mit der Festlegung auf eine Richtung. Schon der nächste Song I WANNA KNOW ist aus ganz anderem Holz geschnitzt. Hier hört man Mitsing-Pop mit belebendem Schlagzeug. Ein Sound irgendwo zwischen BLONDIE und ABBA verbreitet ansteckend gute Laune. LAZY DAYS ist etwas ruppiger gestaltet. Ein stoischer Piano-Akkord nach STOOGES Art durchzieht dieses New-Wave-rockige Stück. Mit DARK CLOUDS schieben sie eine Ballade ein. Eine schnörkellose Gitarre sorgt für ...

US Rails - Heartbreak Superstar (2013)

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Das Prinzip ist nicht neu, zeigt aber manchmal erstaunliche Ergebnisse: Songschreiber ähnlicher Gesinnung schließen sich zu einem Projekt zusammen, um ihre Erfahrungen zur gegenseitigen Befruchtung zu konzentrieren und den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern. Das hat schon prima bei CROSBY, STILLS, NASH & YOUNG, den OKRA ALL STARS, BRYNDLE, CREAM, den TRAVELING WILBURYS, den MONSTERS OF FOLK oder den RACONTEURS geklappt. Für die US RAILS haben sich die Kollegen JOSEPH PARSONS, BEN ARNOLD und TOM GILLAM, die alle auch Solo für BLUE ROSE aufnehmen, mit SCOTT BRICKLIN (Bass, akustische Gitarre, Gesang) und MATT MUIR (Drums, Percussion) zusammengetan. Die Musiker stammen aus der Roots-Rock-Szene von Philadelphia und konnten schon mit Studio-CD`s aus 2010 und 2011 auf sich aufmerksam machen. Auf HEARTBREAK SUPERSTAR zeigen sie sich als Einheit weiter gereift. Der einleitende titelgebende Track fühlt sich den 70er Jahren verpflichtet. Southern Rock a la LYNYRD SKYNYRD ist ebenso aus...

Spin Doctors – If The River Was Whiskey (2013)

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Erfrischende Wiederkehr der unkaputtbaren Spin Doctors. Völlig zu Unrecht werden die Spin Doctors häufig als Eintagsfliegen bezeichnet. Denn es gibt ein Leben nach Little Miss Can`t Be Wrong und Two Princess, ihren Hits von 1991. Auch ihre späteren Veröffentlichungen können sich durchaus hören lassen. Die aus New York stammende Jam-Band orientierten Blues Rocker mit Funk-Anleihen waren und sind live eine Bank und wurden viel zu früh schon mit ihrem zweiten Studio-Album TURN IT UPSIDE DOWN von 1994 abgeschrieben. Aber sie haben bis heute durchgehalten.  Mit IF THE RIVER WAS WHISKEY kommt jetzt nach 8 Jahren Pause ihr erst 6. Studio-Album heraus. Und es ist eine große positive Überraschung geworden. Die Songs wurden live im Studio ohne Overdubs aufgenommen. Es wurde also nachträglich nichts geschönt oder glatt geschliffen. Und das kommt der Musik sehr entgegen. IF THE RIVER WAS WHISKEY ist im Kern ein Blues-Album geworden. Ausflüge in improvisierte Jam-Band-Gefilde oder in tanzbare...

Pokey LaFarge – Pokey LaFarge (2013)

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Da scheint sich ein neuer Mini-Trend abzuzeichnen, nämlich die Aufbereitung uralter Musiktraditionen, die es schon lange vor dem Rock`n` Roll gegeben hat. Musik aus einer Zeit, in der das Leben hart, das Vergnügen und damit auch die Musik als Gegenpol dazu aber vielfach ausgelassen, lebensbejahend und mindestens unterschwellig lustbetont war. Gemeint sind Vorlagen von frühen Tanzmusikstilen des Jazz wie Ragtime und Swing. Dieser wird auch gerne mit Western-Zutaten zelebriert. Diese Musik war eigentlich nie ganz tot, sondern nur zeitweise aus dem Fokus des aktuellen Musikgeschehens verschwunden. In den 60er und 70er Jahren wilderten Künstler wie LEON REDBONE, JOHN HARTFORD, GEOFF & MARIA MULDAUR, DAN HICKS und RY COODER durchaus vielversprechend in diesen Gefilden. Selbst zu Zeiten des New Wave gab es Leute wie VIC GODARD, der mit solch einer Ausrichtung auffielen. Und nicht zuletzt hat auch BOB DYLAN mit seinen letzten Werken von MODERN TIMES bis TEMPEST bewiesen, wie gut Musi...

Laura Marling - Once I Was An Eagle (2013)

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Die Speerspitze des intellektuellen britischen Folk. Es war zu erwarten, zumindest aber zu hoffen, dass LAURA MARLING mit ihrem aktuellen  Album ganz groß auftrumpfen würde. Hatte sie doch mit ihren bisherigen Werken schon überzeugt und die Messlatte in britischen Folk-Kreisen schon sehr hoch gelegt. Mit ONCE I WAS AN EAGLE lässt sie jetzt ihre Konkurrenz Lichtjahre zurück. Die zierliche, zerbrechlich wirkende, erst Dreiundzwanzigjährige komponiert und interpretiert mutig, ohne Scheuklappen und ohne Blick auf kommerzielle Klischees auf einem Niveau, dass sie schon jetzt mit den ganz Großen ihres Fachs auf eine Stufe stellt. Sie vereinigt die intellektuelle Lässigkeit einer JONI MITCHELL mit der abgeklärten Reife einer LAURA NYRO und der mutigen Extravaganz eines TIM BUCKLEY. Sie fordert die volle Aufmerksamkeit des Hörers und belohnt diese dann mit einer intensiven Hörerfahrung. Sie kümmert sich nicht um Konventionen, Erwartungen und Marketingstrategien, sondern nimmt sich...

Lost & Found-Portrait: Paul Simon - Kann denn Mainstream Sünde sein?

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Er fühlte sich unter Druck gesetzt und befürchtete, die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen zu können, als 1970 das Ende seiner musikalischen Partnerschaft mit ART GARFUNKEL gekommen war. Das passierte auf dem Gipfel ihres größten kommerziellen Erfolges mit BRIDGE OVER TROUBLED WATER. Beim Folk-Pop-Duo SIMON & GARFUNKEL war PAUL SIMON als Komponist und Texter die kreative Kraft und ART GARFUNKEL mit seiner betörenden, immer ein wenig zu süßlichen, jubilierenden Tenorstimme eigentlich nur das schmückende Beiwerk gewesen. Jetzt war der sensible Künstler PAUL SIMON auf sich selbst gestellt. Das war Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil sein Selbstvertrauen angeknackst war und ihn Selbstzweifel quälten. Segen, weil er seine kreativen Vorstellungen nun endlich ausleben und verwirklichen konnte. LOST AND FOUND zeichnet den Verlauf und die Entwicklung der Studio-Alben von PAUL SIMON nach, von dem RANDY NEWMAN behauptet, er sei der talentierteste Komponist der letzten 50 Jahre gew...

The Cave Singers - Naomi (2013)

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Eine erstaunliche Entwicklung haben die ehemaligen Punk-Musiker aus Seattle, die heute die CAVE SINGERS bilden, gemacht. Das Ursprungs-Trio PETE QUIRK (Gesang), DEREK FUDESCO (Gitarre) und MARTY LUND (Schlagzeug) wurde um MORGAN HENDERSON (Bass) ergänzt und klingt auf NAOMI so selbstbewusst, als würden sie schon sehr lange zusammen spielen. Dabei ist das aktuelle Album überhaupt erst die 4. Veröffentlichung der Band seit 2007. Der Opener CANOPY verbindet Indie-Rock-Aufbegehren mit einem rhythmischen Gerüst, das seine Ursprünge in Afrika hat. Auch HAVE TO PRETEND assoziiert durch die zickigen Gitarren, die sich vor den einlullenden Hintergrundstimmen behaupten müssen, eine seltsame Stimmung. Bei SHINE wird eine merkwürdige, nicht stilechte tropische Ausrichtung angedeutet. IT`s A CRIME ist da schon handfester und könnte in dieser raubeinigen Form beinahe ein Rhythm & Blues-Bastard von SOUTHERN CULTURE ON THE SKIDS sein. Es gibt auch nervös vibrierende, drängende, fordernd...

Poco - All Fired Up (2013)

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Die Band POCO gehört zu den Pionieren des Country Rock. Sie entstand nach der Auflösung der legendären BUFFALO SPRINGFIELD. Deren Mitglieder RICHIE FURAY und JIM MESSINA (jeweils Gitarre und Gesang) formierten mit GEORGE GRANTHAM (Drums, Gesang), RANDY MEISNER (Bass und Gesang) und RUSTY YOUNG (Steel-Gitarre und Gesang) 1968 in Los Angeles einen optimistisch und unkompliziert klingenden Gegenentwurf zu ihrer Vorgänger-Gruppe um STEPHEN STILLS und NEIL YOUNG. Ihre Songs enthalten übermütigen Bluegrass, sie mischen Pop zu Country-Klängen oder bauen handfesten Rock`n`Roll mit ein. Dadurch schufen sie auf ihren ersten 6 LP`s von 1969 bis 1973 eine abwechslungsreiche stilbildende Mischung. Ihre Musik war bei Konzerten teilweise so euphorisierend, dass sich das Publikum gegenseitig mit dem Inhalt Ihrer Picknickkörbe bewarf. So geschehen bei ihrem ersten Open-Air-Konzert im New Yorker Shea Stadion im Jahre 1970. Ihr Markenzeichen, der glasklare mehrstimmige Harmoniegesang, wurde später v...

Milo Greene - Milo Greene (2013)

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Clever gestalteter Cinematic-Pop. Das kalifornische 5er-Gespann MILO GREENE arbeitet mit Täuschungen und Verwirrungen. Es gibt weder einen Milo Greene in ihren Reihen, noch bezieht sich der Name auf eine reale Person. Musikalisch bedienen sie Assoziationen aus der Vergangenheit, indem sie den Harmonie-Pop von FLEETWOOD MAC zu RUMOURS-Zeiten aufblitzen lassen. Glaubt man dann, sie als retro-bezogene Band identifiziert zu haben, schlagen sie einen Haken zum Indie-Folk und man meint, Parallelen zu den FLEET FOXES auszumachen. Hört man dann weiter zu, merkt man, dass sie diese Einfälle geschickt benutzen, um falsche Fährten zu legen. Ihr Indie-Folk-Pop ist viel zu clever gestaltet, um sich plump billigen Klischees anzubiedern. MILO GREENE bezeichnen ihren Sound als Cinematic-Pop. Das bedeutet, für sie gibt es immer eine Verbindung von Klängen und Bildern. Das kann man gut nachvollziehen, wenn man sich auf der Band-Homepage den Film MODDISON ansieht, der von ihrer Musik untermal...

Iris DeMent - Sing The Delta (2012)

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Andächtig, feierlich, fast wie gesungene Gebete werden die Country-Folk-Kleinode präsentiert, die IRIS DeMENT auf SING THE DELTA serviert. Dies ist ihr erstes Album seit 2004 und erst ihre 5. Veröffentlichung überhaupt. Sie macht sich rar, aber alle ihre Platten sind hochwillkommen, gut strukturiert und überlegt durchkomponiert. Wie der Titel der CD vermuten lässt, ist die Musik an Traditionen der US-Südstaaten ausgerichtet. Man hört Gospel-, Country- und Southern Soul-Einflüsse, die mit sehr viel Herzblut vorgetragen werden. Das getragene Timbre steigert noch die Dramatik der Songs. IRIS DeMENT ist im Laufe der Jahre in Würde gereift. Strahlten ihre frühen Werke eine unverbrauchte Unschuld aus, die die Songs wie klare Gebirgsbäche fließen ließen, so überzeugt sie jetzt mit unverhärmter Lebensweisheit und selbstbewusstem Songwriting. Obwohl alle Songs neu sind, klingen sie vertraut wie alte Bekannte, die man gerne um sich hat. Man fühlt sich abwechselnd in rauchige Kaschemmen o...

Chloe Charles - Break The Balance (2013)

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Die 27jährige kanadische Sängerin, Gitarristin und Komponistin CHLOE CHARLES ist eine unbekümmerte Tänzerin zwischen vielen Stilen. Sie hat eine unverkrampfte Umgangsweise mit Popmusik und lässt sich nicht auf eine Richtung festlegen. Zwischen Chanson, Kunstlied, Jazz, Soul, Folk und Pop ist alles möglich. Dieser offene Blickwinkel und ihre herausragenden gesanglichen und kompositorischen Qualitäten machen ihr Debutalbum BREAK THE SILENCE zu einem besonderen Hörvergnügen.   Die Songs sind durchweg anspruchsvoll und interessant gestaltet, ohne dabei anstrengend zu sein. Sie verraten unverbrauchtes Potential und strotzen nur so vor Ideen. CHLOE CHARLES ist eine starke Persönlichkeit, die aufgrund ihrer Individualität und des famosen Materials voll überzeugen kann. Sie steht jetzt schon auf einer Linie mit etablierten Größen der alternativen Singer/Songwriter-Szene wie FEIST oder CAT POWER.  Das Album enthält 11 kunstvoll gedrechselte Lieder und drei stimmungsvolle Interm...

Bring The Mourning On - Ukiah (2012)

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Das schwedische Trio BRING THE MOURNING ON spielt hauptsächlich wehmütigen Country-Folk. Sowas funktioniert nur über längere Zeit, wenn die Zutaten stimmen. Wichtig sind dabei Songsubstanz, Instrumentenbeherrschung und ideenreiche Arrangements. Wenn das nicht gegeben ist, wirkt solch eine Herangehensweise oft statisch, lähmend und ermüdend. BRING THE MOURNING ON machen vieles richtig. Sie haben ihre Platte zu Beginn der dunklen Jahreszeit veröffentlicht, da ist man als Hörer empfänglicher für überwiegend langsame Songs. Im Sommer würde man so was eher nicht auflegen. Die Kompositionen variieren zwischen laut und leise, was den Spannungsbogen erhält. Die Bandmitglieder ergänzen sich beim Gesang und wechseln bei den Instrumenten zwischen E- und A-Gitarren, Schlagzeug, Piano und Orgel.  Das trägt zur Auflockerung bei, was allerdings bei dieser Art von melancholischen, schwelgerischen Tönen nur in Grenzen möglich ist. Die Band ist jedoch nicht dogmatisch langsam. Mit COLD haben...

Lost & Found-Portrait: Reinhard Mey – Hommage an einen Unbeugsamen

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Wenn es eine Umfrage gäbe, welche Menschen in Deutschland den höchsten Bekanntheitsgrad haben, dann käme wohl Angela Merkel unangefochten auf Platz 1. Auch Reinhard Mey würde sicherlich ziemlich weit vorn landen, obwohl er nicht zu den Personen zählt, die aktuell besonders angesagt sind. Er repräsentiert bei vielen jüngeren Leuten eher die Garde altgedienter deutschsprachiger Musiker, die heute keine Bedeutung mehr haben. Er ist jemand, der wahrscheinlich bei einigen Lesern eher mit Naserümpfen zur Kenntnis genommen wird, da man mit ihm höchstens seinen größten Hit ÜBER DEN WOLKEN verbindet, ihn also eher zur Schlagerfraktion zuordnet, ihn aber nicht zum ernst zu nehmenden, kreativen Musiker, der intellektuellen Ansprüchen genügt, zählt. Dabei gibt es etliche Gründe, sich näher mit dem Künstler zu beschäftigen, was unter anderem angesagte Musiker wie NILS KOPPRUCH, TOM LIWA und GISBERT ZU KNYPHAUSEN auch tun. Mit diesen Liedermachern der aktuellen Szene verbindet ihn eine nicht unerheb...

The Fresh And Onlys - Long Slow Dance (2012)

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Selten habe ich eine CD so zwiespältig empfunden, war so hin und her gerissen wie bei LONG SLOW DANCE des Quartetts THE FRESH & ONLYS aus San Francisco. Nach den ersten 3 bis 4 Hördurchgängen wollte ich sie schon als abgehakt zur Seite legen, da sie mich nicht ansprach. Ich fand einfach keinen Zugang zu ihrer Musik, der es aus meiner Sicht an Höhepunkten mangelte und etliche negative déjà vu-Erlebnisse hervorrief. Die Musik klingt ausgesprochen britisch und lebt von Einflüssen des 80er-Jahre-Indie Rocks. Die damals übliche Sperrigkeit, die gewollten Brüche, das Brechen mit Gewohnheiten findet hier aber in einem sehr gemäßigten Rahmen statt. Die Songs haben eine gehörige Pop-Garnierung erhalten, der Gesang ist wenig leidenschaftlich, aber sehr melodiebetont. Diese Mischung ließ mich skeptisch zurück, aber seit ca. dem 5. Hördurchgang bekomme ich z.B. den Opener 20 DAYS & 20 NIGHTS nicht mehr aus dem Kopf. Einem Hybrid aus STRANGLERS-Erinnerungen, NEW ORDER Gedächtnis-Bass u...

Suzanne Vega - Close-Up Vol 4, Songs of Family (2012)

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Jetzt sind es tatsächlich schon 27 Jahre her, seit SUZANNE VEGA ihr Debutalbum veröffentlichte. Schon damals verströmte sie ihre charmante Persönlichkeit mit ihrem ureigenen, teils lässigen, teils eleganten Gesangsstil. Ihre laszive, klare Stimme hört man unter hunderten Sängerinnen sofort heraus. Das 2. Album SOLITUDE STANDING von 1987 warf dann ihre beiden großen Hits LUKA und TOM`s DINER ab. Sie hat danach aber nicht krampfhaft versucht, an diesen Erfolg anzuknüpfen, sondern ist über die Jahre kompositorisch immer neugierig und eigenständig geblieben und hat die unterschiedlichsten Stilmittel ausprobiert. Auch wenn sie im Kern eine Geschichtenerzählerin, also eine Folk-Sängerin ist, so sind ihre Lieder nie bieder, sondern haben kleine Widerhaken und sind mit Niveau produziert. Mit ihrer CLOSE-UP-Reihe kehrt sie zu ihren Wurzeln zurück. Sie gruppiert ihre Songs nach Themenbereichen und spielt sie sparsam instrumentiert mit sehr viel Gefühl für das Wesentliche neu ein. Und dabei ...