Dan San - Shelter (2016)

Ruhe bitte! Jetzt wird entschleunigt und entspannt. Dan San finden eine Nische zwischen Pop und Folk, die sie mit Gelassenheit füllen. Das tut gut in diesen unruhigen Zeiten.
Dan San ist eine belgische Band, die mit dem Produzenten Yann Arnaud neue Wege gehen möchte. Arnaud hat schon mit AirPhoenix sowie Syd Matters gearbeitet und kennt sich im Spannungsfeld zwischen sanftem Pop-Folk und verträumter Elektronik gut aus. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass er der Band ein Korsett aus vorwiegend milden, flauschigen Tönen zur Unterstützung der wehmütigen Melodien verpasst hat.
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Wer sich die Fleet Foxes mit synthetischen Beigaben vorstellen kann, der hat das Bild, das „Red Line“ vermittelt, nämlich melancholischen Electro-Folk. Harmony-Pop trifft bei „America“ mit aufrüttelnden Break-Beat-artigen Drum-Parts zusammen. Intim, ruhig und in sich ruhend begegnet uns dann „The Call“. „Ocean“ ist zunächst ungewöhnlich laut. Das Stück trägt dramatische Züge, die aus der Klassik übernommen wurden. Fingerschnipsender, gemächlicher Frühlings-Pop erwartet den Hörer dann bei „Dream“. „Seahorse“ und „Up“ sind Sinfonie-Pop-Dichtungen, die leicht und luftig-locker ablaufen. „Nautilus I“ klingt nach lieblich-rundem Dream-Pop mit harmonieverliebtem Hintergrund-Gesang und „Nautilus II“ überführt diese Stimmung in eine klassisch angehauchte instrumentale Phantasiereise. „Gone Home“ und „Somewhere“ tragen wiederum gemütliche Züge und suggerieren Entspannung. Hängematten-Pop sozusagen.
Die Musiker von Dan San sind verliebt. In Harmonien und in Wohlklang. Sie mögen sowohl klare Töne von akustischen Instrumenten wie auch den weichzeichnenden Effekt elektronischer Klänge. Die Musik transportiert Melodien, die so leicht sind, dass sie auch in Milch schwimmen. Sie haben außerdem grade mal so viel Süße, dass sie nicht die Gehörgänge verkleben. „Shelter“ lässt die böse Außenwelt vor der Tür. Der Hörer wird weitgehend von Aggressivität abgeschirmt und bewegt sich in einer behüteten Umgebung. Das tut für eine Weile gut und wird von den Musikern so angenehm gestaltet, dass dieses akustische Wellness-Angebot gerne angenommen wird.

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